Freitag, 24. Juli 2015

#Papakanndas - die Auswertung

Hallo, Ihr Lieben,

es ist so weit: vor drei Wochen habe ich meine erste Blogparade gestartet und heute darf ich Euch erzählen, was ich dabei alles so erlebt habe.

Also, mein erstes Mal. Und was macht man, wenn man neue Dinge übt? Fehler, genau! Ich hab mir hier gleich einen der ultimativen Fehler erlaubt: Ich habe ein Thema gewählt, dass es schon mal gab. Ich hatte die Blogparade von Andrea im Februar zwar gesehen, aber weder hatte ich sie ein halbes Jahr später noch auf dem Schirm, noch hatte ich realisiert, dass sie - trotz anderer Gewichtung - doch auf das Gleiche abziehlte, wie ich: es geht um Geschichten dazu, was die Papas so machen in der Kinderbetreuung und wie die Umwelt darauf reagiert. Ich möchte mir hier also in aller Form bei Andrea für das beflügen ihres Ackers entschuldigen und Euch auffordern, gerne etwas für die Blogparade auf ihrem Blog zu schreiben. Denn im Gegensatz zu #Papakanndas, die ja nur 3 Wochen lief, hat "Superväter und Normalomütter?!?" keine zeitliche Einschränkung. Wem also jetzt was zu dem Thema eingefallen ist - immer ran an die Tasten!

 Trotz der Kürze der Zeit und der Themenwiederholung kamen in den letzten Wochen Acht Beiträge zusammen über die ich mich sehr freue, denn es war viel Neues für mich dabei! Ich möchte jedem Einzelnen für die Teilnahme danken und im Folgenden kurz zusammenfassen, wie unterschiedlich das Thema angegangen wurde.



Die Papas

Steffen vom Blog Papapelz
Schon der Bloguntertitel "Perspektiven eines Gleichberichtigungsfetischisten", lässt ahnen, dass wir es hier mit einem Papa zu tun haben, der die Kindererziehung nicht allein der Mutti überlässt. In seinem Blogpost Spielplatzerfahrungen: „Sollte das nicht lieber die Mutti…?“ fasst er ironisch und mit passender Antwort die Sätze zusammen, die ihm so entgegenschallen, wenn er MIT Kind(ern) aber unverschämter Weise OHNE die dazugehörige Mutti in der Öffentlichkeit unterwegs ist. Was er so erlebt, übertrifft alles, was uns bisher begegnet ist. Besonders gefällt mir sein Schlusssatz:

"Nichtsdetotrotz: Liebe Menschen, Väter sind zu all 
dem fähig, was auch Mütter ihren Kindern geben 
können. (Sehen wir mal von Muttermilch und der 
Geburt ab.) Lasst sie einfach machen. Diese kleinen 
Racker sind ziemlich robust, die werden das überleben."


Daddy Dahoam
Gleich als Zweiter meldet sich ein Papa zu Wort, der erst in Elternzeit war und nun in Teilzeit arbeitet, um nachmittags die Kinderbetreuung zu übernehmen. Man sollte also meinen, er wüsste, was er da tut mit den lieben Kleinen. Aber auch ihm wird das von fremden "Tagesablauf-Ausschnitt-Beobachtern" nicht zugetraut, wie er in seinem Beitrag "#papakanndas – mein Blogbeitrag zur Blogparade" berichtet. Interessant finde ich die Frage, ob auch Mütter auf der Straße dafür beglückwünscht werden, wenn sie in den Augen der Passanten gut mit ihren Kindern umgehen. Mir ist das tatsächlich schon passiert, ein Mal mit dem Kommentar, dass es schön ist, wenn eine so junge Mutti so liebevoll ist (so jung war ich bei der Geburt gar nicht mehr, ich sehe nur jünger aus und was soll dieses Kompliment eigentlich implizieren?) und ein Mal, weil ich der Tochter in der Bahn vorlas. Beide Komplimente bezogen sich auf - für mich - selbstverständliche Verhaltensweisen und ich verstehe das schale Gefühl, dass diese bei Daddy Dahoam hinterlassen. 

DaddyD von Daddycheck
Dass eine Menge funktionierender Modelle zwischen Papa-übernimmt-die-Elternzeit und Kindererziehung und -betreuung-sind-Muttis-Aufgabe existieren können zeigt der Beitrag "Klassische Rollenverteilung 2.0?!" von Daniel alias DaddyD für mich sehr schön. 

"Zunächst sei gesagt, dass ich selbst in einem 
verhältnismäßig konservativen Mittelstands-Haushalt 
in Westdeutschland aufgewachsen bin, bei der Vattern 
tagtäglich die Brötchen verdiente, und Muttern sie 
anschließend hauptamtlich belegte – will heißen: 
Sie war Vollzeit-Hausfrau und Mutter."

So leitet Daniel seinen Erfahrungsbericht ein, um dann zu erklären, warum seine Frau und er es nicht genau so handhaben. Das Bedürfnis, neben der Vollzeitarbeit möglichst viel von seiner Familie zu haben, kann ich absolut nachvollziehen und finde hier auch den Ansatz, die Sozialisation der Herkunftsstaaten zu betrachten interessant. 

Berichtet mir doch mal, inwiefern Ihr denkt, dass es bei eine Rolle spielt, ob ihr im Ost- oder Westteil Deutschlands aufgewachsen seid!

...und was sagen die Mütter dazu?


Dani von Glucke und so
Eine andere Perspektive auf das Thema möchte uns Dani in ihrem Beitrag "#Papakanndas-aber nicht Jeder sieht das" nahebringen. Ihr selbst fällt es schwer, dem Papa all das zuzutrauen, was sie selbst macht und sie erklärt den fehlenden Respekt der Öffentlichkeit Vätern gegenüber so:

Ich will hier niemanden schützen aber ich denke 
wir sind hier in einem Wandel. Ich glaube Eltern 
im Jahr 2015 gab es so, noch nicht. Wir Eltern 
haben uns so schnell weiterentwickelt das die 
Gesellschaft damit nicht zurecht kommt.

Ich finde den Gesellschaftlichen Ansatz sehr interessant und wir werden uns im zweiten Teil der Blogparade näher damit befassen. 

Bettie von Das frühe Vogerl
Durch den "recykelten" Beitrag von Bettie habe ich überhaupt erst bemerkt, dass es "mein Thema" schon ein mal gegeben hat. Sie hatte im März für Andrea schon ein Mal berichtet, wie die Leute so auf den kinderwagenschiebenden Papa vom frühen Vogerl reagieren und den Beitrag nun bei mir erneut eingereicht.

Bei unserer Entscheidung zur Elternzeit, hatte 
ich schon gemerkt: Es gibt viele Meinungen 
("Bitte unbedingt teilen", "Das ist doch nichts für 
den Mann", "Er muss auch mal mit dem Kind alleine 
sein", "Aber Ihr nutzt das doch nicht zum Verreisen?"), 
die tangieren mich allerdings wenig.

Außerdem bemerkte sie viele verliebte Blicke, dem engagierten Vater gegenüber, was mich wieder an unnötige Lobhudelei erinnert, die Daddy Dahoam manchmal begegnet.

Frau Zweifachmama
Frau Zweifachmama und ich kennen uns schon seit gut 9 Jahren und da ich ihren Mann mit beiden Kindern schon erlebt habe und auch die Reaktionen der Umgebung beobachten durfte, habe ich mich auf ihren Beitrag besonders gefreut. In "#Papakanndas - Mein Beitrag zur Blogparade"berichtet sie von der Elternzeit ihres Mannes beim ersten Sohn und den Reaktionen darauf.

Meine Hebamme meinte damals immer "Na, das wirst 
du dir nochmal überlegen! Frauen wollen einfach 
bei ihren Kindern bleiben, Männer machen das nicht, 
wie wir wollen!"[...] Meine Chefin war überrascht, 
als ich angekündigte, dass ich nach dem Mutterschutz wiederkommen würde. Frage: "Ist Ihr Mann arbeitslos?"

Dem Vater selber gegenüber gab es allerdings kaum negative Kommentare, wenn er mit dem Kind zum Babyschwimmen oder zur Kita-Eingewöhnung ging. Ich habe das Gefühl, dass eine gewisse Selbstverständlichkeit und Kaltschnäuzigkeit helfen, "Hilfsbereite" Mitmenschen abzublocken. Was meint Ihr dazu?


Die wunderbare Minusch hat ihren ersten Beitrag zu diesem Thema, in dem sie ausführlich erläutert hat, wer bei ihr zu Hause was macht und wer was dazu zu sagen hat, komplett gelöscht und uns stattdessen lieber eine Auswahl möglicher Antworten auf die unsägliche Frage "Sollte das nicht lieber die Mutti...?" präsentiert.

1. -“Mutti hat gesagt, ich muss das jetzt mal üben, 
denn ich kriege sonst kein Eis.”
[...]
5. -“Sie haben Recht. Hätten sie gerade mal eine für mich?”
[...]
10. -“Hahaha…Sie kennen eben Mutti nicht…”
 
Genial! Vielen Dank für diesen Schmunzler zwischen den ganzen ernsten Beiträgen!

Und - wie extra, um unser Bild abzurunden - haben wir zum Schluss mit dem Artikel von Murmelmama sogar noch den Beitrag einer Alleinerziehenden. Sie berichtet in Der Zwillingspapa kann das! #papakanndas, von der Zeit vor der Trennung, in der der Zwillingspapa mit den Zwillingen zu Hause blieb, damit sie arbeiten gehen konnte. Wie fast alle anderen Mütter, die an dieser Blogparade teilgenommen haben, stellt sie fest, dass Papas vieles anders machen, als die Mütter, aber eben anders richtig.

Meine Kinder sind auch bei ihm satt, sauber 
(die ersten 5 Minuten nach dem Baden), haben 
Spaß. Vielleicht ist es mit Papa sogar viel lustiger 
als mit Mama. Nein, nicht vielleicht – es ist so! 
Papa kaspert und tobt mehr als Mama. Bei Mama 
läuft alles etwas strukturierter und dadurch 
vielleicht auch etwas ernster.

  
Ich bin ganz begeistert von den vielschichtigen, klugen und lustigen Beiträgen, die beim ersten Teil unserer Blogparade zusammengekommen sind! Wer sie alle gelesen hat, ist perfekt vorbereitet auf den zweiten Teil der Parade. Schaut doch am Wochenende immer mal wieder bei Steffen vorbei, da erfahrt Ihr, worum es dabei geht!

Bei einem könnt Ihr Euch schon mal sicher sein: #Papakanndas!
 
Liebste Grüße
Eure Thea

Mittwoch, 15. Juli 2015

Ferien in Berlin - unterwegs mit Kind

Hallo, Ihr Lieben,

die Zeit rennt und nun beginnen tatsächlich schon die großen Sommerferien. Wir haben eine Menge vor und ich habe mir gedacht, für den Fall, dass Ihr in diesen Sommerferien ein paar Tage Urlaub mit Kind in Berlin verbringen wollt, möchte ich einige meiner Ideen mit Euch teilen. 

Als ich letzte Woche mit der wunderbaren Anna von Berlinmittemom über diese Idee sprach, erzählte sie, dass auch sie in nächster Zeit Ihre Ausflugstipps mit Euch teilen wollte. Und wie zauberhaft sich das fügte - Ihre Vorschläge sind eher "Inner City", ich führe Euch eher ins Umland. Unsere Blogposts ergänzen sich perfekt! In Teil eins habe ich für Euch Tagesausflüge mit Kind.

Natürlich alles rein subjektiv, Sachen, die uns Spaß machen. Nichts ist gesponsert, ich wollte Euch diese Ausflugsziele einfach von mir aus vorstellen.


Den kleinen Zicklein kommt man im Zoo Eberswalde sehr nahe.


Bereit? Habt Ihr die virtuelle Ausflugstasche gepackt? Na dann: los! Hier kommen (in beliebiger Reihenfolge) meine Top Five:


FEZ - Familien- und Erholungszentrum Wuhlheide
Das FEZ ist rund um's Jahr eines unserer Lieblingsausflugsziele, weil es so vielseitig ist. Je nachdem, wonach uns gerade ist, können wir verschiedene Bereiche des Areals anlaufen. 

In den Ferien kann man hier herrlich den kompletten Tag verbringen (Montag bis Freitag 10 bis 17 Uhr), denn es gibt immer Ferienprogramme. In den Osterferien hatten wir einen total entspannten Basteltag im FEZ, weil dann im gesamten Gebäude Bastel- und Spielstände aufgebaut sind und man sich einfach durch alles durchprobieren kann. Vorteil für mich als Einzelkindmama: bisher hat Flummi bei jedem Besuch schon nach wenigen Minuten eine neue Freundin gefunden, mit der sie dann den ganzen Tag gespielt hat, manchmal bilden sich richtige kleine Cliquen. Ich kann sie "laufen lassen", sie macht selbst ihre Erfahrungen und das ist prima für ihr Selbstbewusstsein. 

Solltet Ihr am Wochenende in der Stadt sein, empfiehlt sich ein Besuch im Familenfez. Hier wird zu wechselnden Themen immer eine Menge auf die Beine gestellt und die Kleinen können sich mal so richtig austoben.

Das Haus Natur und Umwelt gehört schon lange zu unseren Favoriten. Kennt Ihr das schon? Das liegt mitten im Wald und ist - laut Homepage - Berlins drittgrößter Tierpark. Man erwartet das da gar nicht, aber es gibt etliche Haus- und Nutztiere zu bestaunen und die Kinder können mit Naturmaterialien basteln oder sich eine Runde über den Reitplatz führen lassen. Wir gehen da gerne hin, weil es schön klein und übersichtlich ist, Flummi ein bisschen Tiere gucken kann und es trotzdem bei Weitem nicht so anstrengend und teuer ist, wie ein Zoobesuch. Tieregucken light, quasi ;)

Badestellen, Schwimmbad, Spielplätze, Parkeisenbahn, Kletterwald und so weiter gibt es da auch noch. Also, wir werden in diesen Ferien definitiv wieder ins FEZ fahren.

Tier-, Freizeit- und Urzeitpark Germendorf 
Ich sagte ja gerade Tieregucken light. Darf's ein bisschen mehr sein? Wenn es Euch nicht stört, einen kleinen Tagesausflug nach Oranienburg zu machen (von Mitte aus fährt man etwa 40 Min.), kann ich Euch wirklich den Tierpark Germendorf empfehlen. Wir fahren immer wieder gerne hin, weil der Eintritt wirklich günstig ist, man auf dem weitläufigen Gelände prima picknicken und Tiere anschauen kann und auch die Badestelle gefällt uns gut. Seit einiger Zeit gibt es auch noch einen Dinopark mit riesigen Modellen. Aber Achtung: einige Dinos brüllen herum - das fand Flummi mit 3 - 4 noch recht gruselig. Wir halten uns auch gerne nur im Wildparkbereich auf, füttern Rehe (natürlich nur mit dem gestellten Tierfutter), bestaunen Riesenschlangen und Stachelschweine und üben, wie die Flamingos zu stehen. Wir persönlich sind von den beiden Imbissanlaufstellen nicht so begeistert und bringen uns lieber ein schönes Picknick mit, aber das muss man nicht, man kann sich auch dort verköstigen lassen. In diesem Bereich gibt es auch etliche, schöne und kreative Spielplätze und ein paar Fahrgeschäfte, wie Autoskooter, Karussells, eine kleine Märcheneisenbahn und so weiter. Es kann also nie schaden, ein paar Münzen in der Tasche zu haben.


Eberswalde
Und wenn wir schon bei Ausflügen außerhalb der Stadt sind, möchte ich Euch gleich noch Eberswalde ans Herz legen. Hier habe ich gleich zwei Ziele, die ich Euch sehr empfehlen kann. Zuerst wäre da der Familiengarten Eberswalde, den ich nie entdeckt hätte, hätte meine Mutter nicht eine Reportage darüber im RBB gesehen und uns dorthin geschleppt. Ich war schwer beeindruckt, wie weitläufig das Gelände ist und was man da alles machen kann

1. Tipp: lasst Euch am Eingang einen Ball geben, den werdet Ihr für die Riesen-Flipperbahn gleich am Anfang brauchen.

Dann haben wir Schach gespielt, uns durch den Duftgarten geschnuppert und etliche Spielplätze durchtobt. Wenn Ihr nicht unter Höhenangst leidet, müsst Ihr unbedingt auf den Montage-Eberkran klettern. Flummi hatte auch die Stufen gezählt, ich habe aber vergessen, wie viele es waren. Es waren eindeutig viiieeele Stufen *keuch*. Aber der Aufstieg ist ein richtiges Abenteuer und die Aussicht ist der Hammer. 

2. Tipp: packt Bade-/ Wechselsachen und ein kleines Handtuch ein, denn die wenigsten Kinder werden den Springbrunnenfontänen vor dem Imbissplatz widerstehen können. Es macht auch einfach zu viel Spaß, von Wasserstrahl zu Wasserstrahl zu hopsen! 

3. Tipp: die Fahrt durch die gefluteten Kellerkatakomben der alten Industriegebäude ist spannend und aufregend. Überlegt Euch aber vorher gut, ob es für Euer Kind vielleicht zu gruselig sein könnte, denn man kann schlecht umdrehen, wenn man einmal mit der Rundtour angefangen hat. Flummi saß bei unserem Dreiertretboot alleine vor uns (damit Oma und ich treten können) und bekam dann durch die mystischen Geräusche und Beleuchtungen Angst. Sie hätte besser neben mir gesessen.

Insgesamt hatten wir eine Menge Spaß in dem  für die 2. Brandenburgische Landesgartenschau 2002 angelegten Parkt und fahren bestimmt in diesen Ferien mal wieder hin.


Und wenn ich schon von Eberswalde spreche, muss ich Euch natürlich noch an den Zoo Eberswalde erinnern! Ich liebe ja die beiden Zoos der Hauptstadt und wir besuchen sie auch Beide oft. Aber manchmal braucht auch ein Berliner etwas Abwechslung und da finde ich den Zoo Eberswalde ganz zauberhaft! Er ist sehr kindgerecht angelegt, hat viele schöne Spielplätze und die Affen laufen frei herum! Hier sind wir wirklich gerne!

Pinguine! Mit Pinguinen um die Wette rennen ist immer eines unserer Highlights.

Ein Mal quer durch die Stadt
Jetzt aber schnell wieder zurück nach Berlin! Mein Kind fährt total gerne U-Bahn. Und Straßenbahn. Und Busfahren liebt sie auch! Wir machen da gerne mal eine Öffies-Tour. Mit der Tram zum Alex von dort aus mit dem 100er oder 200er Bus zum S-Bahnhof Zoologischer Garten und von dort aus wieder zurück zum Alex mit der S-Bahn. Das Highlight ist natürlich immer das Obensitzen im Doppeldeckerbus. Ganz vorne müssen wir sitzen, wenn uns der 100er an den großen Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt vorbeikutschiert. Manchmal steigen wir irgendwo aus, schlendern z.B. durch den Tiergarten, klettern auf die Goldelse oder staunen uns durch den Berliner Dom. Das Schöne ist, dass wir keine Vorgaben haben. Wir gucken einfach an, worauf wir Lust haben. Mal nehmen wir Stullenpakete mit, mal holen wir uns irgendwo eine Currywurst. Und wenn einer von uns keine Lust mehr hat, fahren wir einfach nach Hause! Ich liebe diese Ausflüge! 

Ob mit Sonnenschein oder Wolkengemälde - Berlin ist immer eine Rundfahrt wert!


Beim letzten Mal haben wir uns sogar noch von einem Fahrrad-Rikscha-Chauffeur durch Berlins alte Mitte fahren lassen. Das war für Flummi und mich sehr aufregend, weil man ganz anders an der Architektur und Geschichte dran ist, als mit dem Auto und der Fahrer hat uns eine ganze Menge Neues erzählt - wie bei einem Stadtrundgang, nur dass wir gefahren wurden. Zusteigen kann man z.B. unter dem Fernsehturm oder vor dem Brandenburger Tor.


Science Center Spectrum

Für den  fünften und letzten Tipp für heute, habe ich Flummi gefragt, wo sie denn unbedingt mal wieder hin möchte in diesen Ferien. Ihre Antwort war eindeutig: "Ich möchte in dieses Museum, wo man alles ausprobieren kann. Das mit den Blitzen, neben dem Technikmuseum!" Das Kind liebt das Spektrum, weil man da wirklich sehr viel anschauen und ausprobiren kann. Momentan ist das Thema "Optik" und es gibt zahllose Spiegel, Licht und optische Täuschungsobjekte. Das hat auch den begleitenden Erwachsen Spaß gemacht.


 Faszinierende Blitzsäulen im Spektrum. Muss man anfassen!

Ein paar Tipps zum Spektrum habe ich Euch hier schon aufgeschrieben, weitere Vorschläge, wie ein Tag im Naturkundemuseum besonders schön wird, findet Ihr in diesem Beitrag. Für Regentage sind die Berliner Museen ein Eindeutiger Tipp für Euch. Auch und besonders mit Kind!

So, das waren sie für´s Erste, meine Top Five Tipps für Berlin (und Umland) Mit Kind in diesen Ferien. Sobald Anna´s Blogpost online ist, werde ich Euch auch Ihre Tipps hier verlinken. 

Was habt Ihr denn so vor in den nächsten Wochen? Habt Ihr Kritik, Anregungen, Ergänzungen zu diesem Beitrag? Immer her damit, dafür wurde die Kommentafunktion geklöppelt!

Liebste Grüße,
Eure Thea

 

Sonntag, 12. Juli 2015

Nachruf auf eine Zuckerdose

Hallo, Ihr Lieben,

ich habe gerade eine Zuckerdose heruntergeworfen. "Ja, und? Scherben auf fegen und gut.", werden die Meisten von Euch jetzt denken und das zurecht. Aber das war nicht irgendeine Zuckerdose, es war eine Zuckerdose mit einer Geschichte. Und diese Geschichte möchte ich Euch jetzt erzählen.



Ich habe zwei wundervolle Omis. Die Eine wohnte bei uns in der Stadt und holte mich in meinen ersten Lebensjahren jeden Tag aus der Krippe ab und betreute mich dann bis zum Schlafengehen. Auch später hatten wir ein sehr enges Verhältnis und verbrachten sehr viel Zeit miteinander. Besonders, als die Pubertät mit all ihren Zweifeln und Hindernissen mich beutelte, war Omi immer an meiner Seite und stärkte mir den Rücken. Leider war es auch diese Zeit, als sie immer stärker an Demenz erkrankte und nachdem wir sie lange zu Hause gepflegt hatten, mussten wir die Betreuung geschultem Pflegepersonal in einem Heim überlassen und ihre kleine Wohnung, die in durch die vielen Stunden bei ihr auch irgendwie mein Heim gewesen war, auflösen. Es brach mir das Herz. Einige Möbelstücke nahm sie mit ins Heim, um den Rest kümmerte sich mein Vater. Durch die Plötzlichkeit der Situation dachte niemand daran, "Erinnerungsstücke" für mich beiseitezupacken und das fiel auch mir nicht auf, da Omi ja noch lebte und ich sie viele Jahre in diesem Heim besuchte.

Viele Jahre später -es muss 2002 oder 2003 gewesen sein und ich lebte längst mit dem Mann in der Stadt - entdeckte meine Mutter in einem ihrer Schränke eine Teekanne und eine Zuckerdose von meiner Omi. Da wir an diesem Abend zum gemeinsamen Kinobesuch verabredet waren (ich weiß sogar noch, dass wir Fluch der Karibik geschaut haben), wollte Mama mir eine Freude machen und brachte mir die beiden Erinnerungsstücke meiner Omi gemeinsam mit ein paar Briefen für mich mit. Wir ließen den Stoffbeutel im Auto und als wir nach dem Kinofilm zurück kamen, war das Auto aufgebrochen, das Radio und eben dieser Beutel gestohlen! Mir tat meine Mutter mit ihrem kaputten Auto sehr leid! Ich war aber auch traurig über den Verlust meiner Erinnerungsstücke.

4 Wochen (!!) später bekam ich einen Anruf des Fundbüros der BVG. Mein Beutel hätte in einer U-Bahn gelegen und man hätte mich anhand der Briefe ausfindig gemacht! Unfassbar! Ich habe meinen Beutel gleich am nächsten Tag im Fundbüro abgeholt. Ich hätte nie damit gerechnet, die beiden Keramikstücke jemals wiederzusehen und dann auch noch in völlig unversehrtem Zustand!

Ich nahm die Sachen mit nach Hause und benutze sie seitdem täglich. Auch, als meine Omi 5 Jahre später starb und ich  hochschwanger von ihr Abschied nahm, entschied ich, sowohl Teekanne, als auch Zuckerdose nicht in eine Glasvitrine zu stellen, sondern täglich mit meinen Erinnerungen den Alltag zu bereichern.

Heute ist diese weitgereiste, blumige, kleine Zuckerdose also in tausend Teile zersprungen und ich war zuerst erstaunt, dass ich nicht so traurig war, wie ich es hätte sein müssen. Jetzt beim Schreiben wird mir klar, dass meine Liebe und Dankbarkeit zu meiner Omi eben keine Objekte braucht, an die ich sie haften kann. Wenn die Persöhnlichkeitsveränderung durch die Demenz und ihre weitere schwere Krankheit, selbst der Tod, nichts an meinen Gefühlen für diese wundervolle, starke, warmherzige Frau ändern konnten, dann wird auch Zerspringen meiner Erbstücke nichts daran verblassen lassen! 

Ich ärgere mich lediglich über meine Ungeschicklichkeit. Es ist mal wieder passiert, weil ich nicht achtsam mit meinen Alltagshandgriffen umgegangen bin, sondern sie so dahingeschludert habe. Aber die bauchige Teekanne habe ich ja noch ;) Und was meine Oma für eine wundervolle Person war, werde ich auch so immer wissen. 

Und Ihr wisst das jetzt auch!

Und während ich das tippte, erinnerte sich zeitgleich auch eine liebe Bloggerkollegin an ihre Oma und teilte das mit uns. Schaut doch mal bei der Frau Zweifachmama vorbei. Wir teilen Gefühle!

Liebe Grüße,
Eure Thea

Donnerstag, 2. Juli 2015

Blogparade: #Papakanndas!

Hallo, Ihr Lieben,

vor 2 Tagen habe ich Euch unter dem Titel "Sollte das nicht lieber die Mutti machen?" von unseren Erfahrungen mit Vorurteilen dem Vater gegenüber, wenn er sich um seine Kinder kümmert. 

Wie ich gestern schon schrieb, interessieren mich Eure Erlebnisse, Gefühle und Sichtweisen zu dem Thema. Nachdem ich alle Kommentare und Twitter-Antworten gelesen habe, Steffen vom Blog Papapelz   schon dazu gebloggt hat, und Zweifachmama erwähnt hat, etwas dazu schreiben zu wollen, traue ich mich jetzt und starte meine allererste Blogparade. Und ich mache das nicht alleine, sondern ich habe mich mit Steffen zusammengetan und wir bieten Euch zwei Bausteine einer Blogparade an. Ihr könnt Euch aussuchen, ob Ihr zu einem der Aufrufe etwas schreiben wollt, oder zu Beiden, Ihr seid da völlig frei. 

Ich verrate Euch jetzt noch nicht das Thema von Steffens Blogparadenbaustein, ich sage Euch nur, dass die Fragestellung auf meiner aufbaut und direkt im Anschluss startet. Ein bisschen Überraschung muss ja noch sein, nicht wahr? ;-)

So, aber jetzt geht es los mit Teil eins! Ich möchte Eure Erlebnisse, Erfahrungen und Gedanken zu dem Thema sammeln.

Ich rufe Euch also auf, Eure Gedanken zum Thema #Papakanndas aufzuschreiben und unter diesem Beitrag zu verlinken. Ich freue mich über Beiträge von Müttern, dir mir erzählen, was sie so beobachtet haben und über Väter, die einen Beitrag verfassen. Wie ist das bei Euch aufgeteilt? Was macht der Papa so? Wie reagieren Hebammen, KiTaErzieher, Menschen auf dem Spielplatz? Welche Kommentare gab es? "Hat die Mutti Dir denn keine Jacke eingepackt?", war ja mein Favorit bisher. Was habt Ihr so zu hören bekommen? Oder habt Ihr ganz andere Erfahrungen gemacht? Wird in Eurer Umgebung die Kompetenz der Väter respektiert und ernst genommen? Erzählt es mir. Ich möchte hier Geschichten sammeln und freue mich auf jede Einzelne!

Und jetzt los, ich bin sehr gespannt!

Liebste Grüße
Eure Thea